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Mittelland-Zeitung

Die Chefs erhalten Post

GV Journalistenverein Aargau-Solothurn will GAV-Verhandlungen

Der Journalistenverein Aargau-Solothurn (JVAS) wird die Chefredaktoren und die Verleger der Region in einem Brief auffordern, dass sie sich beim Verlegerverband Schweizer Presse für neue Verhandlungen über den gekündigten Gesamtarbeitsvertrag (GAV) stark machen.

Der vertragslose Zustand in der Medienbranche beschäftigte auch die diesjährige Generalversammlung des Journalistenvereins Aargau-Solothurn (JVAS). Der Verlegerverband Schweizer Presse hatte im Juli 2004 den GAV gekündigt. Trotz intensivsten Bemühungen seien die Verhandlungen um einen neuen GAV auf Eis gelegt, sagte JVAS-Präsidentin Emiliana Gutzwiller ("Zofinger Tagblatt") am Samstag an der Generalversammlung in Wolfwil. Die Journalistenverbände wollten eine Lösung auf Verbandsebene erreichen. Man wehrte sich dagegen, dass die Mindestlöhne wie vom Verlegerverband gefordert ersatzlos aus dem neuen GAV gestrichen würden.

Für JVAS-Präsidentin Gutzwiller steht fest, dass die Verleger nicht mit der Androhung eines Streiks an den Verhandlungstisch zurückgeholt werden sollen. "Erfolgreich ist ein Streik ja nur, wenn alle mitmachen – und bei diesem Punkt gibts berechtigte, erhebliche Zweifel", merkte Gutzwiller an. Denn obwohl die Journalistinnen und Journalisten jeden Tag engagiert über viele Themen und Personen schreiben, sind die Medienschaffenden kaum dazu zu bewegen, sich für die eigenen Interessen einzusetzen. Für den 14. September planen die Journalistenverbände impressum und comedia jedenfalls einen nationalen Aktionstag.

Auf Antrag mehrerer JVAS-Mitglieder entschied die Generalversammlung einstimmig, die Chefredaktoren sowie Zeitungsverleger in den Kantonen Aargau und Solothurn in einem Brief zu Verhandlungen über einen GAV aufzufordern. An der GV bemängelten einzelne Mitglieder, dass die Journalistenverbände zu wenig Lobbyarbeit in eigener Sache machten. Der JVAS forderte den neuen Impressum-Zentralsekretär, Urs Thalmann, auf, der Berufsverband solle versuchen, die Konferenz der deutschschweizer Chefredaktoren von der Notwendigkeit eines Gesamtarbeitsvertrages zu überzeugen. Die Bedingungen der Verleger für neue GAV-Verhandlungen seien "unhaltbar", betonte Thalmann. Der Verlegerverband verlange im voraus, dass nicht über verbindliche Mindestlöhne im GAV verhandelt werde.

Die 30 anwesenden JVAS-Mitglieder bestätigten an der Generalversammlung den JVAS-Vorstand mit Präsidentin Gutzwiller im Amt. Besonderen Dank für ihren Einsatz erhielt Dagmar Heuberger ("Aargauer Zeitung"), die nach 20 Jahren aus dem JVAS-Vorstand zurücktrat. (Thomas Gerber, Zofingen)