Mittelland-Zeitung:
Engagement für GAV geht weiter
GV des Journalistenvereins Aargau-Solothurn
Der vom Verlegerverband Schweizer Presse gekündigte Gesamtarbeitsvertrag (GAV) war auch an der diesjährigen Generalversammlung des Journalistenvereins Aargau-Solothurn (JVAS) ein wichtiges Gesprächsthema. Das Engagement für einen fairen GAV werde trotz der Schwierigkeiten weitergehen, betonte JVAS-Präsidentin Emiliana Gutzwiller an der Generalversammlung in Holderbank.
Der Verlegerverband Schweizer Presse hatte im Juli 2004 den GAV mit den Journalistenorganisationen Impressum und Comedia gekündigt. "Trotz intensivsten Bemühungen seitens der Journalistenverbände ist die Situation leider immer noch unverändert", klagte JVAS-Präsidentin Gutzwiller ("Zofinger Tagblatt"). Die Aktionstage, um die Verleger wieder an den Verhandlungstisch zu holen, hätten bisher keinen Erfolg gehabt. Der Verlegerverband will vor allem die Forderung der Journalistenverbände nicht erfüllen, im Gesamtarbeitsvertrag Mindestlöhne festzuschreiben.
Wann der vertragslose Zustand in der Schweizer Medienbranche zu Ende sein wird, ist offen. Christoph Bertschy, Zentralsekretär von Impressum, konnte den Medienschaffenden an der Generalversammlung keine Hoffnungen machen. "Das Ziel werden wir in nächster Zeit nicht erreichen. Alles steht in den Sternen", sagte Bertschy. Auch die Verleger in der Westschweiz hätten den Gesamtarbeitsvertrag mit den Journalistenverbänden gekündigt.
Kritik an Gratiszeitungen
Die Anforderungen an die Journalistinnen und Journalisten würden steigen, machte Gutzwiller in ihrem Jahresbericht vor den rund 25 anwesenden JVAS-Mitgliedern aus den Kantonen Aargau und Solothurn klar. Als Herausforderungen nannte sie die stagnierende Entwicklung im Werbemarkt sowie der Vormarsch der Gratiszeitungen. "Durch die Gratiszeitungen wird der Wert der Informationen und der journalistischen Leistungen herabgewürdigt", kritisierte Gutzwiller.
Die statutarischen Geschäfte behandelten die JVAS-Mitglieder an der Generalversammlung diskussionslos. Mit Applaus zum neuen Vizepräsidenten des Journalistenvereins Aargau-Solothurn bestimmten die Mitglieder Bruno Kissling ("Oltner Tagblatt"). Neu in den Vorstand wurden Anne-Regula Keller ("Solothurner Zeitung") und Stefan Worminghaus ("Aargauer Zeitung") gewählt. Zum Auftakt der Generalversammlung hatten die Medienschaffenden die Baumschule Zulauf in Schinznach-Dorf besucht und eine Dampffahrt mit der Schinznacher Baumschulbahn gemacht.
(Thomas Gerber, Zofingen)
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