GV 2007
Jahresbericht
Jahres-Rechnung

Generalversammlung 2007

Jahresbericht 2006 der Präsidentin

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen

Braucht es den Journalistenverband Impressum?
Braucht es den JVAS?

Diese Fragen haben unter anderem unseren Vorstand im letzten Vereinsjahr beschäftigt.

Wir sind zum Schluss gekommen: Ja es braucht uns, obwohl die stetigen Bemühungen nur spärlich greifbare Resultate als Früchte tragen.

Eines der schwierigsten und brennensten Themen ist nach wie vor der Gesamtarbeitsvertrag. Vor bald drei Jahren wurde der GAV von den Verlegern gekündigt. Zwar halten sich noch viele Häuser an seine Bestimmungen. Doch da und dort sind Erosionen zu bemerken. Vor allem für die freien Journalisten weht ein harter Wind. Doch auch den angestellten Journalisten fehlt das Regelwerk, um gerechtfertigte Forderungen stellen zu können.

Es ist klar: Die Journalistinnen und Journalisten brauchen einen GAV. Doch die Frage ist, unter welchen Bedingungen. Die Westschweizer Journalisten sind im Besitz eines neuen Gesamtarbeitsvertrages. Doch dieser beschert ihnen erhebliche finanzielle Opfer.

Der bisherige GAV hat hingegen als mustergültiger Interessenausgleich gegolten. So gilt es, weiterhin am Ball zu bleiben um ein faires Regelwerk auszuhandeln. Über den aktuellen Stand der nach wie vor harten Verhandlungen wird Euch später die Impressum-Zentralsekretärin Wanda Suter informieren.

Für heisse Diskussionen sorgte die Neubesetzung des Zentralvorstandes. Mitte Januar wurden die Deutschschweizer Sektionspräsidenten aufgerufen zu handeln. Zum damaligen Zeitpunkt wies der Zentralvorstand gerade noch vier Namen auf. Die leeren Plätze mussten aufgefüllt werden – allerdings mit blossem Auffüllen wäre es nicht getan gewesen. Die zahlreichen Abgänge innert kurzer Zeit und die Signale aus dem Führungsorgan liessen darauf schliessen, dass die Chemie nicht die Allerbeste war.

Nach zwei Treffen in Olten konnten wir für den Kongress am 11. Mai drei Kandidaten präsentieren. Zwei stellten die welschen Kollegen und einen die Tessiner.

Da Markus Dütschler, Impressum Bern, am Kongresstag seine Kandidatur zurückzog, wurden schliesslich folgende Kandidaten in den Zentralvorstand gewählt:
Bernhard Sutter, Zürcher Presseverein ZPV
Jürg Erni, Presseverein beider Basel PVbB
Pierre Thomas, impressum Vaud
Vito Robbiani, Associazone ticinese dei giornalisti ATG
Patrick Vallélian, Impressum Fribourg

Sie werden nun zusammen mit den Bisherigen, Stefan Rohrbach (Präsident), Christian Campiche (Lausanne) und Rolf Zenklusen (Basel) amten.

Zum Kongress gibt es nur soviel zu sagen, dass dieser professionalisiert werden muss. Ein so gestalteter Tageskongress ist nicht mehr zeitgemäss. Obwohl das Zusammensein mit anderen Berufskolleginnen und -kollegen bereichernd ist, wird diese Möglichkeit immer weniger wahrgenommen. Nur eine Delegiertenminderheit nimmt am Abendprogramm teil. Wichtig ist, dass der Kongress künftig nicht erst nach dem Mittagessen beginnt, sondern am Vormittag. Eine Podiumsdiskussion, diesmal wurde über Ehtik im Reisejournalismus diskutiert, ist interessant – gehört aber nicht an den Anfang. In diesem Sinne wird der JVAS beim Zentralvorstand eine Straffung des Kongressprogramms beantragen.

Journalisten-Ausbildung: Es wurden finanzielle Beteiligungen an Austauschprogrammen für Journalisten, Vorträge und Weiterbildungskurse gesprochen. Im Speziellen ist hier die Diskussion über die Journalisten-Ausbildung hervorzuheben. Parallel zum Projekt eines Masters in Journalismus, das von den welschen Verlegern unterstützt wird und ab 2010 rund 30 Journalisten jährlich in Neuenburg aufnehmen würde, hat das Zentralsekretariat von Impressum ein Projekt eingereicht für ein eidgenössisches Diplom in Journalismus. Dieses würde die Masterausbildung in Neuenburg als alternativen Weg ergänzen.

Zuerst müssen aber die Bedürfnisse der drei Sprachregionen erfasst werden. Die Idee ist, eine Grundausbildung und eine Weiterbildung anzubieten. Gegenwärtig stellt sich die Frage wer Interesse an einem solchen Angebot hätte und ob diese Kurse mit öffentlichen Geldern finanziert werden können.
Die neuen Ausbildungsmöglichkeiten sollten europaweit anerkannt sein, da sie nach den Kriterien des Kopenhagener Abkommens aufgebaut würden.
Impressum hat die Westschweizer Weiterbildungskommission um finanzielle Unterstützung angefragt, um eine Studie zu realisieren. Dabei sollten der Bedarf, die Machbarkeit und die Reichweite dieses Projektes untersucht werden. Nach langwierigen Diskussionen, da Presse Schweiz anfänglich opponierte, hat die Kommission einen ziemlich grosszügigen Fonds bereitgestellt um das Projekt von Impressum durchzuführen. Sie beteiligt sich mit max. 10 000 Fr. oder übernimmt einen Drittel des Betrages.

Was den JVAS anbelangt, sind wir der Meinung, dass es unsere Sektion weiterhin braucht. Fusionen sind zwar in – dies zeigte auch der kürzliche Zusammenschluss der Medienhäuser Tamedia und Espace Media Groupe. Dass unser Mitgliederbestand von 256 weiter an wächst, ist wünschenswert. Deshalb die Bitte, motiviert eure Kolleginnen und Kollegen, der Organisation beizutreten.

Besonders gilt es unsere Herbstaktivität zu erwähnen. Unter dem Motto «Gespräch am Kaminfeuer» konnte am 14. November zum Thema "Wird der Qualitätsjournalismus von den Gratismedien bedroht?" mit Medienprofessor Roger Blum und Marco Boselli, Chefredaktor 20 Minuten, diskutiert werden. Über 40 Interessierte waren ins Waldhaus nach Staufen gekommen.

Medienpolitisch hat unseren Vorstand beschäftigt, dass die Wirtschaftslage sich nicht sichtlich für die Schweizer Presse verbessert hat. Die Verlagerung des Anzeigenmarktes war und ist immer noch spür- und messbar. Neue Kanäle sind gefragt, um für die Werber interessant zu sein und die Leser halten und vermehren zu können.

Ab 16. September wird die Mittellandzeitung die erste Ausgabe ihrer regionalisierten Sonntagszeitung auf den Markt bringen. Eine erste Bilanz zur 7. Ausgabe werden wir voraussichtlich am 7. November im Waldhaus in Staufen ziehen. Ins Zentrum des JVAS-Kaminfeuergesprächs möchten wir die Sonntagsausgabe der MZ stellen.

Zum Schluss möchte ich mich bei meinen Vorstandskolleginnen und –kollegen für ihre tatkräftige Unterstützung und Mithilfe bedanken.

Ich danke auch Euch allen. Für eure Teilnahme, für Euer Interesse an unserem Vereins- und Verbandsgeschehen. Zusammen mit meinen Vorstandskolleginnen und –kollegen hoffe ich, dass wir auch bei unseren künftigen Veranstaltungen auf ein grosses Echo zählen dürfen. Selbstverständlich sind wir für Anregungen, Ratschläge und auch Kritik offen.

Emiliana Gutzwiller, Präsidentin JVAS